Pflegefachpersonen, die eine Tätigkeit in der Schweiz aufnehmen möchten, treffen auf ein Berufsfeld mit unterschiedlichen Einrichtungen und Fachrichtungen. Akutspitäler, Langzeitpflege, Rehabilitation und ambulante Versorgung stellen jeweils eigene Anforderungen an Ausbildung und Berufserfahrung. Vor einer Bewerbung müssen deshalb nicht nur freie Stellen betrachtet werden.
Bei ausländischen Fachkräften kommen weitere Punkte hinzu. Berufsabschluss, bisherige Tätigkeiten und mögliche Anerkennungsverfahren müssen zur vorgesehenen Position passen. Auch Arbeitsort, Beschäftigungsgrad und Dienstzeiten gehören zu den Angaben, die bereits vor einem Stellenwechsel geklärt sein sollten.
Kurzfassung
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Unterschiedliche Arbeitsfelder verlangen unterschiedliche Erfahrungen
Der Begriff Pflege umfasst mehrere Tätigkeitsbereiche. Zur professionellen Pflege zählen unter anderem die Versorgung und Betreuung erkrankter Menschen, die Gesundheitsförderung, die Begleitung bei gesundheitlichen Einschränkungen sowie Tätigkeiten in Prävention und Rehabilitation. Je nach Arbeitsplatz unterscheiden sich die täglichen Aufgaben deutlich.
In einem Akutspital kann beispielsweise die Versorgung von Menschen nach Operationen, mit internistischen Erkrankungen oder nach medizinischen Notfällen zum Arbeitsalltag gehören. Auf Intensivstationen kommen spezielle Kenntnisse in der Überwachung und Versorgung schwer erkrankter Patienten hinzu. In der Langzeitpflege stehen dagegen Menschen im Mittelpunkt, die über einen längeren Zeitraum pflegerische Unterstützung benötigen.
Auch ambulante Dienste haben eigene Arbeitsbedingungen. Pflegefachpersonen versorgen Patienten in deren häuslichem Umfeld und arbeiten deshalb nicht ständig innerhalb einer Station. Für die Stellensuche ist somit nicht allein die Berufsbezeichnung ausschlaggebend. Das bisherige Einsatzgebiet liefert wesentlich genauere Hinweise auf vorhandene praktische Erfahrungen.
Vermittlung verbindet Stellenanforderungen mit Berufsprofilen
Eine auf Pflegeberufe spezialisierte Personalvermittlung kann Pflegefachpersonen mit Einrichtungen zusammenbringen, deren offene Stellen zu ihrer Ausbildung und bisherigen Berufserfahrung passen. Dafür werden zunächst Berufsabschluss, bisherige Tätigkeitsbereiche und vorhandene Zusatzqualifikationen erfasst.
Neben dem Berufsabschluss gehören bisherige Stationen, Tätigkeitsdauer und fachbezogene Weiterbildungen zu diesem Profil. Mehrjährige Erfahrung auf einer chirurgischen Station ist beispielsweise anders einzuordnen als dieselbe Beschäftigungsdauer in einem Pflegeheim oder in der ambulanten Versorgung.
Hinzu kommen Angaben zur gewünschten Tätigkeit. Eine Pflegefachperson kann eine Fachrichtung suchen, einen Wechsel in einen anderen Versorgungsbereich planen oder einen festgelegten Beschäftigungsgrad anstreben. Aus diesen Angaben ergibt sich, welche Stellen zum bisherigen Tätigkeitsfeld und zu den gewünschten Arbeitsbedingungen passen.
Ausländische Abschlüsse benötigen eine genaue Prüfung
Berufsbezeichnungen und Ausbildungswege unterscheiden sich zwischen Staaten. Ein Abschluss aus Deutschland, Österreich oder einem anderen Land kann daher nicht allein anhand seiner Bezeichnung einer schweizerischen Position zugeordnet werden.
Vor der Arbeitsaufnahme ist zu klären, welche formalen Voraussetzungen für die jeweilige berufliche Tätigkeit gelten. Je nach Abschluss können Zeugnisse, Ausbildungsnachweise oder Angaben über absolvierte Lerninhalte erforderlich sein. Berufserfahrung und weitere Qualifikationen können ebenfalls Teil der Prüfung sein.
Die Anerkennung des Berufsabschlusses und die Suche nach einer Stelle sind zwei getrennte Vorgänge. Fachliches Interesse eines Arbeitgebers bedeutet nicht automatisch, dass sämtliche beruflichen Voraussetzungen bereits geklärt sind. Fehlende Nachweise können den weiteren Ablauf verzögern. Eine frühzeitige Zusammenstellung der erforderlichen Unterlagen verhindert unnötige Rückfragen während des Bewerbungsverfahrens.
Berufserfahrung lässt sich genauer als in Jahren beschreiben
Die Anzahl der Berufsjahre allein lässt nur begrenzt erkennen, welche konkreten Tätigkeiten und Verantwortungsbereiche eine Person bereits übernommen hat.
Zur Einordnung gehören beispielsweise Erfahrungen mit bestimmten Patientengruppen, Krankheitsbildern und pflegerischen Aufgaben. Kenntnisse im Umgang mit medizinischen Geräten, Medikamentengabe, Pflegedokumentation oder der Versorgung nach operativen Eingriffen können für bestimmte Stellen verlangt werden.
Auch Verantwortungsbereiche innerhalb des bisherigen Teams geben Aufschluss über das berufliche Profil. Einarbeitung neuer Mitarbeitender, fachliche Übergaben oder Erfahrungen in spezialisierten Abteilungen können bei der Zuordnung einer Position berücksichtigt werden. Solche Angaben zeigen beispielsweise, ob bereits Erfahrungen vorhanden sind, die für eine Tätigkeit auf einer bestimmten Station vorausgesetzt werden.
Arbeitsbedingungen gehören zum beruflichen Vergleich
Eine Stelle besteht nicht nur aus ihrem fachlichen Aufgabenbereich. Beschäftigungsgrad, Dienstzeiten und Standort bestimmen ebenfalls, wie der spätere Berufsalltag aussieht. Diese Angaben sollten deshalb bereits vor einem Vorstellungsgespräch möglichst eindeutig sein.
Schichtarbeit gehört in zahlreichen Pflegeeinrichtungen zum üblichen Arbeitsablauf. Je nach Arbeitsplatz können Früh-, Spät-, Nacht- und Wochenenddienste vorgesehen sein. Bei einer Teilzeitbeschäftigung stellt sich zusätzlich die Frage, auf wie viele Arbeitstage oder Dienste die vereinbarte Arbeitszeit verteilt wird.
Bei einem Wechsel in die Schweiz sollte der Arbeitsweg bereits bei der Stellenauswahl berücksichtigt werden. Entfernung zwischen Wohnort und Einrichtung sowie die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel entscheiden darüber, wie gut der Arbeitsplatz im Alltag erreichbar ist. Neben den fachlichen Aufgaben müssen daher auch Dienstzeiten, Beschäftigungsgrad und Arbeitsweg zur vorgesehenen Tätigkeit passen.
Stellenangaben vor einer Bewerbung genau prüfen
Eine Stellenbezeichnung allein beschreibt den späteren Arbeitsalltag nur teilweise. Ausschreibungen enthalten deshalb weitere Angaben, die vor einer Bewerbung geprüft werden sollten. Dazu gehören Fachbereich, Beschäftigungsgrad, vorgesehene Dienste, Arbeitsort und gewünschter Eintrittstermin.
Auch fachliche Anforderungen sollten möglichst konkret formuliert sein. Wird etwa Erfahrung in der Akutpflege, Intensivpflege oder im Umgang mit einer bestimmten Patientengruppe verlangt, lässt sich dies mit der bisherigen Berufspraxis abgleichen. Allgemeine Angaben wie „mehrjährige Pflegeerfahrung“ sind dagegen weniger aussagekräftig, wenn das tatsächliche Einsatzgebiet nicht genannt wird.
Der vorgesehene Aufgabenbereich verdient ebenfalls Aufmerksamkeit. Je nach Einrichtung und Position können sich Zuständigkeiten unterscheiden, obwohl ähnliche Berufsbezeichnungen verwendet werden. Eine genaue Beschreibung der Tätigkeiten zeigt bereits vor dem Bewerbungsverfahren, was im beruflichen Alltag erwartet wird.
Fazit
Eine sorgfältige Stellensuche in der Schweizer Pflege beginnt mit einer möglichst genauen Beschreibung der bisherigen Berufspraxis. Nicht allein die Berufsbezeichnung entscheidet über eine passende Position, sondern die tatsächlich ausgeübten Tätigkeiten und die Anforderungen des künftigen Arbeitsplatzes. Bei ausländischen Abschlüssen kommt die rechtzeitige Klärung der beruflichen Anerkennung hinzu. Eine Vermittlung kann diese Angaben mit konkreten Stellenprofilen abgleichen und dadurch bereits vor einer Bewerbung feststellen, welche Tätigkeiten fachlich infrage kommen.